Resonanz vs Achtsamkeit

Je mehr Welt ich verfügbar habe, um so mehr entgleitet sie mir

Resonanz, eine Erfahrung  von Bezogenheit, die entsteht, wenn zwei Dinge, Menschen, Stimmen in Kontakt treten und sich wechselseitig berühren und transformieren, ist für den Soziologen Hartmut Rosa ein (Überlebens)Modell oder Angebot,  in unserer Welt, die durch Steigerungslogik und scheinbar grenzenloser Möglich- und Verfügbarkeiten oft von Entfremdung und Kontaktverlust zu uns selbst, zu unserer Arbeit, zu unserem Beziehungsumfeld geprägt ist.

In diesem sehr faszinierenden (wie temporeichen;) Vortrag stellt Rosa sein Resonanz-Modell in Bezug zu Ansätzen der Achtsamkeitslehre und hinterfragt, ob die Lösung wirklich darin liegt, langsamer, achtsamer und präsenter zu werden?

Copräsenz statt „Hier und Jetzt“

Laut Rosa haben Momente von „Überwältigung“ durch beispielsweise Erfahrungen von Musik, Natur oder einer menschliche Begegnung, durch tiefe (leidenschaftliche) Hingabe vielleicht einen größeren Wert der Selbsterfahrung als Momente, wo wir in einem Gefühl von Autonomie ganz selbstbestimmt sind.

Auch kann sich „Copräsenz“, ein gleichzeitiges Verbundensein mit der Vergangenheit und der Zukunft, lebendiger anfühlen als das bewusste Sich-Abschneiden von Vergangenheit und Zukunft mit dem Ziel, ganz im “ Jetzt“ zu sein.

aktueller Vortrag: Hartmut Rosa spricht unter anderem am Sa. 3. März um 10 Uhr im Audimax der Leuphana Universität Lüneburg im Rahmen der dortigen Konferenzwoche 2018.

Buchtipp:  Hartmut Rosa:  „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“ (2016) erscheint am 7. März 2018 bei Suhrkamp als Taschenbuch zum Preis von 25,- €.

 

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